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Unter dem Schirm des Höchsten - Zum Neuen Jahr

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"Wer unter dem Schirm des Höchsten wohnt, wer im Schatten des Allmächtigen ruht" Psalm 91-1-3&5-6
Predigt zum Neuen Jahr von Pfr. Jürg Rother. Begleitet von den Figuren mit Schirm von Andreas Hofer, Davos-Frauenkirch. Es geht um die persönliche religiöse Beheimatung als Voraussetzung einer inneren Beheimatung.
Juerg Rother,
Unter dem Schirm des Höchsten
Beheimatung als Voraussetzung
Die wenigsten von ihnen werden aktuell auf Wohnungssuche sein
Die Meisten von Ihnensitzen wohl direktin der behaglichen, vertrauten und im persönlichen Umfeld bekannten Wohnadresse
Zu Hause fühle ich mich hoffentlich wohl, geborgen und vertraut mit den Einrichtungsgegenständen
Die Verse im Psalm 91 sprechen von einer ganz anderen Dimension von Schutz und Geborgenheit und Wohnadresse.

Psalm 91. 1-3 & 5-6
Wer unter dem Schirm des Höchsten wohnt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, 2 der spricht zu dem HERRN: / Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. 3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.
5 dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt, 6 vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.


Keine Immobilie sondern eine innere, spirituelle Beheimatung, ein existentieller Ansatz zum Thema Schutz und Geborgenheit
Aber etwas exklusiv kommt die Sache schon daher – denn es geht um die Voraussetzung des «sagen Dürfens» - mein Verständnis meiner spirituellen Existenz, mein Selbstverständnis wo und wie ich mich religiös beheimate ist die Voraussetzung für diese ungemein starke Zusage: du darfst – DU DARFST!

Effekt in meinem Sein

Ist das ein spirituelles Rezept mit garantiertem Erfolg – wie ein super gutes Kochbuch
«keine Furcht» - wie bitte – die Pest ist in der Schweiz ausgerottet - heisst aber jetzt «Krebs», der «Pfeil» heisst heute Diagnose.
Viele Menschen kennen den Schrecken der Nacht – Herzklopfen und die Gedanken kreisen und bekommen keine gescheite Richtung.
Es ist ja nicht so, dass wir sicher sind, dass unser Leben in guten und sicheren Bahnen laufen wird im diesem neuen Jahr.
Dabei geht es gar nicht immer um die «grossen» oder «dramatischen» Ereignisse. Sind Alltäglichkeiten, die uns überraschen und unsere bisherigen Sicherheiten in Frage stellen
Unsere Welt ist angefüllt mit Vorkommnissen, lokal, regional, national und international, die nicht absehbar und gescheit vorzubereiten sind
Diese Ereignisse gehören doch zum Leben, unserer Gesellschaft.
Aber wenn’s persönlich wird… dann
allenfalls muss ich lernen, dass meine Angst zu mir gehört wie ein T-shirt, kann sein, dass ich meine innere Einsamkeit einladen muss an meinen Tisch wie einen Gast.
Es könnte durchaus sein, dass dies ein möglicher Pfad für mich ist und wird - damit ich einstimmen kann in die Worte des Verfassers des Psalmes: Meine Zuversicht und meine Wohnstatt, mein Zuhause, mein Gott auf den ich hoffe.

Gott mit mir – eine persönliche Angelegenheit
Es ist eine komplexe Erfahrung: Gott - er bleibt immer das ganz Andere
Ob und wie es uns gelingt, dafür Worte zu finden ist meiner Meinung nach einem lebenslangen Pfad, wie ein Bergpfad mit Steigungen und Abstiegen, wie ein Pfad der sich manchmal im Gelände zu verlieren scheint und dann plötzlich wieder klar erkennbar ist zu vergleichen.
Eine Grundfrage die sich mir dabei stellt: gehe ich davon aus, dass die Gotteserfahrung mir im Leben vorausgeht oder ob ich immer erst im Rückspiegel zum Schluss komme – ja das war’s wieder – ja das war eine Gottes-Erfahrung.
Es ist also eine Deutungsfrage meines Lebens – hat mein Leben Raum für die Frage nach Gott oder kommt das eher zufällig – gelegentlich vor?
Nochmals der Einstieg: Wer unter dem Schutz wohnt – wer im Schatten ruht
Das sagt sich so schön dahin – das hört sich allenfalls vertraut an, aber sind doch nicht so wirklich meine selbstverständlichen eigenen Worte..
Aber die Zusage ist eigentlich eine Ansage in mein Sein hinein
Fordert mich zur Stellungnahme auf - will ich das so – kann ich das so formulieren: ich wohne unter dem Schutz – ich ruhe im Schatten des Höchsten.

Existentielle – Erfahrung – so ist das mit dem Glauben
Manchmal hoffen wir, dass die Tradition reicht um unseren Glauben zu halten und zu pflegen
Manchmal hoffen wir oder vielleicht glauben wir, dass das Rituelle ausreicht
Aber - ich – ich halte wenig von religiösen Versprechen, die keinen ganz persönlichen Hintergrund oder besser gesagt Boden haben.
denn der Schrecken der Nacht, die Diagnose, die allfälligen Therapie-Massnahmen, die persönliche Einsamkeit nach einer Trennung gehören zu mir und lösen sich nicht banal in der Gesellschaft resp einer temporären Gemeinschaft auf
Da ist noch etwas, was ich als zentral wichtig empfinde – da geht der Schritt vom ich zum Du. Denn der Glaube, meine Gottes-Beziehungs-Erfahrung ist die Einladung zum Teilen von Achtsamkeit, Spiritualität, Verantwortung und Liebe.
ich bin also grundsätzlich eingeladen zu Gott sagen zu können: du bist meine Zuflucht, du bist mein Schirm, du bist mein Schatten und mein Boden unter den Füssen. Ich glaube – hilf meinem Unglauben.

Mitnehmen ins neue Jahr
Das Bild von den Schirmträgern mitnehmen auf unserem Weg ins Neue Jahr und uns beim nächsten Griff zum Schirm erinnern: «Wer unter dem Schirm des Höchsten wohnt und im Schatten des Allmächtigen ruht».
Oder mit den Worten aus dem Gedicht des deutschen Theologen Dietrich Bonhoeffer
«Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.»

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Bereitgestellt: 20.01.2020
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