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Meine Geschichte mit Zwingli

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Christoph Sigrist, Pfarrer am Grossmünster in Zürich und Zwingli-Botschafter. Er ist ein leidenschaftlich reformierter Theologe. Ein herausragender «Zwingli-Nachfolger» mit immer wieder grandiosen Ideen.
Letztes Jahr war’s «Schattenwurf Zwingli» an Lebensstandorten von Zwingli. Dieses Jahr «äm Zwingli lupft’s dä Huet» am Sechseläuten, als es dem Böögg den Zwinglihut weggehauen hat.
Und dann eben die Replika der Zwingli-Statue, eine davon steht bei uns in Mittenägeri.
Jürg Rother,
MEINE GESCHICHTE MIT ZWINGLI

Als ich 2015 im Zwinglistübli mit Hans-Jürgen Hufeisen zum ersten Mal bei einem Glas Wein zusammensass, um das Mysterienspiel „Die Akte Zwingli“ aus dem Inneren der Seele auf das Blatt nach aussen zu schreiben, hatte ich nie an die Zwingli-Trilogie gedacht, die in den letzten Jahren in Zürich und der Schweiz das Gedenken an die reformatorischen Ereignisse vor 500 Jahren in unterschiedlicher Weise ausgestaltete.

Der Rahmen dieser Trilogie bildete zwei denkwürdige Anlasse im Grossmünster: Im Oktober 2016 war der Dalai Lama zusammen mit Priester, Pfarrern und Pfarrerinnen, Rabbinern und Imamen zu Gast und betete mit uns allen für den Frieden in der Welt, die Bewahrung der Schöpfung und die Gerechtigkeit. Am 1. Advent kürzlich feierten wir einen Gottesdienst zusammen mit den Männern und dem Personal der Herberge zur Heimat, ein diakonisches Werk in unserem Dorf an der Geigergasse. Durch das Fernsehen und das Radio wurde in der ganzen Schweiz ihr Manifest hörbar, das sich aus dem Magnificat Marias erschloss: kein Stufendenken, wir sind Teil von Euch, Bahnhofstrasse und Geigergasse gehören zusammen. Interreligiosität und Inklusion bilden den Rahmen, der das dreidimensionale Bild Zwinglis umfasste.

In der Aufführung des Mysterienspiels „Die Akte Zwingli“ im Sommer 2017, das von Volker Hesse inszeniert wurde, deren Musik Hans-Jürgen Hufeisen komponierte und deren Libretto ich schrieb, hat den Kirchenraum Zwingli verwandelt: Zuschauende wurden zu Beteiligten, der Fiebertraum der traumatisierten Anna, der Frau Zwinglis, steckte alle an. Der Raum wurde zum Resonanzraum heilender, spiritueller Erfahrung in Gott’s Name.

In der Durchführung des Schattenwurfes Zwinglis kam der Lebensraum Zwinglis zwischen Wildhaus, Wien, Basel, Bern, Glarus, Einsiedeln, Zürich und Kappel am Albis in den Blick. Die vom Lichtkünstler Gerry Hofstetter illuminierten Kirchen auf der biografischen Achse Zwinglis zogen unzählige Menschen an, über aktuelle Themen über Gott und die Welt zu diskutieren, die immer wieder mit Lichtspuren Zwinglis verbunden wurden.

Mit der „Zwinglistadt 2019“ stieg Zwingli von seinem Sockel, auf den er seit dem vorletzten Jahrhundert vor der Wasserkirche stand. Mit dem Motto „Em Zwingli lupft’s de Huet“ befasste sich nicht nur der Böög beim Sechseläuten, sondern auch die 1. Augustrede auf dem Bürkliplatz und die Streetparade einige Wochen später. In allen 12 Stadtkreisen suchten Duplikate von Zwingli die Menschen und die Quartiere auf, um mit ihnen zu reden darüber, wo es ihnen „de Huet hüt lupft“. Am Samichlaus-Tag wurden Duplikate im Grossmünster durch die städtische Gant versteigert: Geld wurde zugunsten des Zürcher Spendenparlamentes diakonisch gewaschen.

Es freut mich ausserordentlich, dass ein Zwingli-Duplikat die reformierte Kirche im Kanton Zug erreichte, die die Zwinglistadt ideell und finanziell grosszügig unterstützte. Möge dieser Zwingli die Kräfte bündeln und nachhaltig die reformatorischen Kräfte freilegen: Über die Wahrheit der Schrift streiten, menschliches Recht schützen, Lebensfreude und Humor pflegen.

Christoph Sigrist

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Bereitgestellt: 21.12.2019
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