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Einweihung Gabentempel esaf

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Am Freitag 9. August fand die Eröffnung des Gabentempels des eidg. Schwingerfestes statt. Dies mit dem Segen von Pfarrer Jürg Rother. Sieger Muni Kolin und ref. Pfarrer kommen beide aus dem Ägerital.
Juerg Rother,
Jakob ringt die ganze Nacht mit dem Engel (1. Mose 32.23-27)

Eine jahrtausend alte Schwingergeschichte, die wir eben gehört haben. Der Erzvater Jakob ist dieser «Schwinger in der Nacht» in einem Gang ohne scheinbare Zeitlimite. Ausser der einen «ich lasse dich nicht du segnest mich denn». (2x)

Erinnern wir uns. Jakob und Esau die Zwillinge, die fundamental aneinander geraten waren, Jakob hatte sich den Erstgeborenen Segen ertrogen. Ein existentieller Erbstreit zwischen Esau und Jakob. Jakob muss weit weg, kommt aber über die Jahre zu Reichtum und zwei Frauen und 12 Söhnen. Aber Jakob merkt an diesem Punkt im Leben, dass Versöhnung ansteht. Das biographische Verharren in einer unerledigten, unversöhnten Familiengeschichte soll ein Ende haben. Er will, er muss dies schaffen. Dies die Ausgangslage vor dem Kampf.

Darum dieser unbändige Wille den Kampf zu seinen Gunsten zu entscheiden. Für Jakob geht es um viel, im Moment um Alles was ihm wichtig ist.
Er schwingt die ganze Nacht mit einem scheinbar Unbekannten. Nach dem Kampf realisiert er, er hat sich mit Gott angelegt. Das bleibt nicht ohne Spuren – innerlich er fühlt den Segen und äusserlich er hat von nun an eine lädierte Hüfte.

Kann sein, dass es auch in ihrem/unserem Leben so zu und herbei geht, wir ringen um unsere Gottesbeziehung, kann sein, dass dies wieder nötig ist und vielleicht lernen wir von Jakob: «ich lasse dich nicht, du segnest mich denn» - ich will Gottessegen erfahren in meiner Existenz. Wir sind ja genau deshalb heute hier – wir bitten und hoffen um den Segen Gottes für das anstehende esaf anlässlich der Einweihung des Gabentempels.

Der Kampf Jakobs lief auf einen Gestellten hinaus. Erst die Verletzung, erst der Segen machten ihn zu dem was er nachher war. Gesegnet und Versöhnt mit sich und Gott. Das ist eben der Unterschied zwischen Sieg durch Kampf und Emfpang von Segen. Das Erste ist Resultat von Kraft und Technik wie letzhin auf dem Brünig der Chamer Reichmuth Pirmin; Gamme-angetäuschter Kurz-Übersprung von Ah’s Bein kurz vor dem Bodenkontakt weg und von Ah Benji, Giswil liegt auf dem Rücken, das Zweite jedoch Gabe – Gabe Gottes.

Quer durch unser Land, sind die Teilnehmer am esaf in den letzten Vorbereitungen. Jeder will dort gewinnen, träumt vom Kranz, nicht allen wird das gelingen. Es wird Kampf mit viel Schweiss, Entäuschung wird sich mischen mit Stolz und Begeisterung. Gilt der Segen nur dem Sieger? Gehen alle andern nach Hause entäuscht und entmutigt?
In unserem Kulturraum verbinden wir den Segen mit Etwas was uns zufällt, was wir erfahren und was uns ermutigt im Leben. Wir bitten um den Segen Gottes um seine wohltätige Zuwendung zu uns. Ich meine, jede und jeder von uns hier und heute ist bedürftig nach Segen.
Segen verbindet sich wie erwähnt mit Geschenk. Der Gabentempel ist in diesem Verständnis ein doppelter Dankensort. Dank den Spenderinnen und Spender und Geschenk für Jeden Schwinger der antritt. Geben und empfangen meint segnen und Segen empfangen.

Lasst uns Gott um seinen Segen bitten für alle beteiligten Menschen, lasst uns Gott um den Segen bitten, damit wir alle uns als Beschenkte als Gaben-Empfänger erfahren. Manchmal kämpfen wir mitten im Leben und nicht nur im Sägemehl Ring. Das Leben ist grundsätzlich nicht nur Festakt.
Ich bin mir sicher, die Vorbereitungen waren ein Chrampf wie der nächtliche Kampf von Jakob. Ich bin mir sicher, der Satz « ich lasse es nicht» musste immer und immer wieder neu buchstabiert werden im OK. Aber die Morgenröte, das esaf kommt in Sicht. Darum macht es Sinn heute um den Segen Gottes für alle Beteiligten inklusive den Spendern und den späteren Gaben-Empfänger zu bitten. Wir hoffen, dass möglichst wenige hinkend ihre Gabe abholen werden – nicht wie Jakob.
Der Gabentempel gleichsam Symbolort dafür, dass wir der Gaben Gottes bedürftig sind und bleiben.



So lasst uns um den Segen bitten:
Gott segne die Frauen und ihre Trachten.
Gott segne die Gebenden und die Empfangenden der Gaben
Gott segne alle, die Sieger und die Verlierer, die Glücklichen und die Entäuschten
Gott segne die Menschen, die alles in ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten zu Gunsten des esaf geleistet haben und noch leisten werden.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und uns allen. Damit wir ohne Hass und Vorurteile miteinander das esaf geniessen können.
Gott gebe dir und uns allen seinen Frieden heute und auch an den Tagen des esaf.

Segne uns Vater, Sohn und Heiliger Geist.

AMEN


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Verantwortlich: Juerg Rother
Bereitgestellt: 12.08.2019
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