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Leben mit - in - für die Kirche: DAS INTERVIEW

Fabio Zuber<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-aegeri.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>6</div><div class='bid' style='display:none;'>5141</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>
Im Interview unterhält sich Pfarrer Jürg Rother mit Mitgliedern des Bezirkes Ägeri, die über Jahre aktiv das Leben unseres Bezirkes mitgestaltet haben. Die meisten Dinge geschahen ohne Aufsehen und hatten doch nachhaltige Wirkung. Eine Serie über reformierte Identität im Ägerital.
Jürg Rother,
Jürg Rother (jr): Was macht es für dich so spannend, dass du all die (9) Jahre im Konfirmationsprojekt dabei bist?

Fabio Zuber (fz): In den ersten Jahren waren es vor allem die Freude am Theater spielen und die eindrücklichen Erlebnisse im Lager. Das Konfprojekt hat mir schon immer einen guten Ausgleich zu meinem technischen Berufsalltag gebracht. Über die Zeit habe ich immer mehr Interesse an den Kommunikations- und psychologischen Schulungen entwickelt. Ich kann jedes Jahr sehr viel aus den praxisorientierten Lektionen mitnehmen.

jr: Welche Bedeutung gibst du deinem Mittun im Team im Zusammenhang mit deiner beruflichen und persönlichen Entwicklung?

fz: Früher habe ich immer nur geschmunzelt, wenn du gesagt hast, dass die Lektionen die im Konflager vermittelt werden auch direkt zum Vorteil im Berufsleben führen. In Zwischenzeit habe ich erkannt, dass selbst ich als Informatiker sehr viel davon anwenden kann. Beruflich hilft mir das Gelernte zum Beispiel beim Formulieren von Feedback oder beim Erteilen von Instruktionen.
Für meine persönliche Entwicklung konnte ich mich schon sehr oft an Inhalte von Leiterschulungen erinnern. Dies hat mir dann meist ein besseres Verständnis für mein Gegenüber oder die Situation als Ganzes gebracht. Ausserdem hilft es mir, wenn ich, in einem geschützten Umfeld, aus meiner Komfortzone gedrängt werde. So kann ich neue Erfahrungen sammeln und erhalte direktes Feedback, wie ich mich dabei verhalten habe.

jr: Welches waren für dich die eindrücklichsten Momente in der Arbeitswoche?

fz: Mein Highlight in diesem Jahr war es zu sehen, mit wieviel Sorgfalt ein von mir erteilter Auftrag umgesetzt wurde. So wurde eine gespielte Flucht Szene zur dramatischen Hühnerhaut-Situation für die Teilnehmer und mich. Obwohl alles nur gespielt war, konnte ich trotzdem die Angst, Hilflosigkeit und später die Dankbarkeit, aufgenommen zu werden, spüren. Ausserdem war der Abschied vom Rosenberg in Wila und die damit verbundenen Erinnerungen kein leichter. Nach 10 Jahren war dies das letzte Mal, dass ich ein Konflager dort erleben konnte. Ich bin sehr dankbar für all die Momente, die ich dort in Gemeinschaft erleben durfte.

jr: Du bist ja auch im U23-Team und gestaltest regelmässig Gottesdienste. Welche Bedeutung hat das für dich - für andere zu gestalten?

fk: Hmm, das habe ich noch gar nie so überlegt. Dass ich dort ja für andere gestalte. Mein grösstes Ziel ist es stets, die Besucher zum Nachdenken zu bringen. Wir behandeln immer Themen, die mit unserem Leben zu tun haben. Ich glaube, dass die Nähe und die Ehrlichkeit zum Thema ein sehr wichtiger Bestandteil des U23-Rezepts sind. Des Weiteren freue ich mich immer, wenn wir bei U23-Gottesdiensten die Leute mit Unerwartetem überraschen können.

jr: Du bist glaub ich das jüngste Mitglied im Kirchenparlament (GKGR). Dort bist du zwar erst seit Anfang Jahr. Wie siehst du deine Erfahrungen bis jetzt?

fz: Tabea ist noch jünger als ich. Wenn ich ehrlich bin, kommt es mir sehr plastisch und formal vor. Dies ist in meinen Augen auch eine Hemmschwelle, das auszusprechen, was effektiv gesagt werden will. Ich habe mich bisher auch noch nie zu Wort gemeldet. Es ist aber auch nicht so, dass ich zwingend meine Meinung mitteilen wollte. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass ich mich an die ungewohnte “Aufstellung” gewöhnen muss. Schliesslich ist der GKGR das erste politische Gremium, in dem ich involviert bin.

jr: Nebst deinem Beruf als Webentwickler hast du ein verzweigtes kirchliches Beziehungsnetz. Wie wichtig ist dir dieses Netz?

fk: Sehr wichtig! Ich konnte viele Freundschaften durch meine Aktivitäten hier gewinnen und erhalten. Das Wiedersehen von langjährigen Freunden ist für mich jedes Jahr wieder eine Riesenfreude. Die Bekanntschaften, die ich im Konfirmationsprojekt machen kann, beruhen stark auf gegenseitiger Wertschätzung, Ehrlichkeit und Vertrauen.

jr: Wie siehst du dein Engagement in fünf Jahren im Unterschied zu heute?

fk: Hmm, vermutlich etwas reduzierter. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich in fünf Jahren nicht mehr ein Teil des Konfteams sein werde. Weniger, weil es mir nicht mehr gefallen würde oder ich nichts mehr profitieren könnte. Vielmehr möchte ich auch anderen eine Chance geben, sich zu entfalten. Aber wer weiss... Vermutlich hätte ich vor fünf Jahren auch nicht geglaubt, dass ich heute noch dabei bin ;).

jr: Was wünschst du dir von unserem Bezirk für die Zukunft?

fk: Eine Kirche, die Leute zum Nachdenken bewegt und offen bleibt, um in Gemeinschaft Erfahrungen zu machen. Schliesslich ist unser Konf-Slogan nicht ohne Grund "Experience macht den Spirit”!

jr: Herzlichen Dank dir Fabio für das offene Gespräch!



Fabio Zuber
08.05.2019
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Fotograf/-in
Melvin Werthmüller, Cornelia Huonder

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Reformierte Kirche
Bezirk Ägeri

Seestrasse 71, 6314 Unterägeri
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Verantwortlich: Cornelia Huonder
Bereitgestellt: 15.05.2019
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